Das war die Segel-Sommerfreizeit

Seit ein paar Wochen sind die Sommerfreizeit-Teilnehmenden wieder an Land.. Jonas aus dem ehrenamtlichen Betreuer*innenteam hat einen schönen Kurzbericht dieser unvergesslichen Freizeit geschrieben.

Auf dem Weg vom Kieler Hauptbahnhof zum Schiff zählen wir Masten und Segel. Wir spekulieren, welches unser Schiff im Kieler Hafen, der sich unmittelbar am Hauptbahnhof befindet, sein könnte. Wir raten, ehe wir uns am Sonntagabend dem zweimastigen See-Ewer „Amazone“ nähern. Erkannt haben wir das Schiff an den zwei Masten, an ihrer Länge von 30 Metern, und am ehesten an ihrer Möglichkeit, uns über die nächsten sechs Tage ein Zuhause zu sein.

Dann betreten wir sie. Wir laufen über und unter Deck, wir blicken über die Reling, wir vermuten, wo der Kapitän schlafen könnte, wo wir schlafen und essen könnten, und was wohl unsere Aufgaben sein werden. Wir beleben das Schiff, ab Sonntagabend, den 28.06.2026, für die nächsten Tage.

Da wird unser Lachen aus der Messe (dem Speisesaal mit Kombüse) hallen, unsere Teller werden klappern, wir werden Spiele spielen, neue Spiele erfinden. Speisen werden wir, in der Messe, und dabei neue Speisen erfinden. Wir werden uns austauschen, über unsere Funde vom Strand, über die Ostsee, was man in den Tiefen finden kann. Vom Schiff aus werden wir ins Meer springen, unsere Outfits an Deck in Form von Fashion-Shows mit Regenbogen, der auf uns scheint, präsentieren, und zusammenwachsen ein Stück, Freundschaftsarmbänder und kleine Bilder austauschen, die wir unter und über Deck gemeinsam gemalt haben.

Aber wir werden auch vorankommen. Schon am zweiten Tag merken wir, dass das Hissen der Segel der Amazone nicht nur Kraft, sondern auch Mut und Teamgeist erfordert. Um eines, der fünf, Segel hissen zu können, braucht es tatkräftige Seeleute. Jede Hand zählt, jeder Griff muss sitzen, nur gemeinsam bringt man das Schiff voran. Eine erfahrene Crew, bestehend aus Kapitän, drei Bootsfrauen, macht es uns vor, danach sind wir gefragt. Und es kann ganz schön wackelig werden, ganz vorne, bei dem Jager, oder ganz oben auf Deck bei dem Besantopsegel, dass wir nur gemeinsam sicher ans Ziel kommen. Doch egal, wie schwer die Aufgabe ist: Wir halten zusammen, wir fangen uns auf und lernen, dass wir nur gemeinsam sicher ans Ziel kommen.

Dabei trägt uns der Wind und das Wasser. Nicht immer wie gewünscht, denn windstill sind manche Tage, oder andere sind böig. Wenn die Tage still sind, heißt es nachts auf dem Boot aufzupassen - Ankerwache, mit Decken, Tee und Keksen, und den Geräuschen des Meeres. An anderen Tagen dafür umso mehr. Wir sehen das Ziel, die Ufer von Deutschland und Dänemark, und wir erkunden die kleinen Orte, entdecken neue Landschaften, und nehmen gemeinsame Erlebnisse wieder mit an Bord.

Am letzten Abend sitzen wir noch einmal alle zusammen in der Messe. Wir kochen gemeinsam, erzählen Geschichten und lassen die Tage Revue passieren. Aus einzelnen Begegnungen ist eine Crew geworden. Wir lachen, tanzen und feiern, vielleicht ein bisschen länger als sonst, weil keiner möchte, dass dieser besondere Moment zu Ende geht. Vielleicht gehen wir noch einmal an Deck, schauen in den Himmel und hören das Wasser gegen den Rumpf schlagen. Das Schiff, das am Anfang noch fremd vor uns lag, ist inzwischen ein Ort voller Erinnerungen geworden. Am Sonntag, den 05.07.2026, gehen wir von Bord, mit Geschichten von Wind und Wasser, mit neuen Freundschaften und mit dem Gefühl, gemeinsam etwas erlebt und einen weiten Weg zurückgelegt zu haben.

Jonas